Die lang ersehnte Reise nach Triest – und warum sie so wichtig war

da | 10/11/21 | ExPEERience, Forschung, Reportagen | 0 commenti

Wie bei so vielen Dingen in den vergangenen eineinhalb Jahren hat die Pandemie auch die Pläne des Doku-Teams gehörig über den Haufen geworfen. Der ursprüngliche Plan, über Pfingsten nach Triest zu fahren und dort Recherchen und Geschichten zur slowenischen Minderheit zu machen, ist knallhart ins Wasser gefallen. Also musste ein neuer her. Die Abschluss-Projekte recherchierten die TeilnehmerInnen auf einer Berghütte im Passeiertal (HIER sind die Abschlussprojekte zu finden), doch die Reise nach Triest sollte trotzdem stattfinden. Am letzten Wochenende vor Schulbeginn ging es dann für acht Leute los. Mit Ideen für ein nächstes Foto-Projekt, dem Plan eine italienisch-slowenische Theatergruppe kennenzulernen und dem Auftrag, die Organisation um Reise, Unterkunft und Planung, selbst in die Hand zu nehmen.

Wie wichtig diese Reise für die Jugendlichen unabhängig vom Erlernen von Planungs-Kompetenzen und Inhalten eines Themas wirklich war, habe ich in Protokollen der TeilnehmerInnen festgehalten.

 

 

“Triest war für mich mehr eine Auszeit mit Freunden, bevor der Schulstress wieder anfängt. Das Fotografieren war auch ein schöner Teil der Reise und ich habe das Theater und das Kennenlernen der slowenischen Minderheit in Triest sehr interessant gefunden. Von Anfang an hatte ich keine Zweifel, ob ich wirklich fahren soll, sondern mich eigentlich immer auf die Reise gefreut.

Ich bin sehr froh, diese wunderbare Erfahrung gemacht zu haben und habe es sehr genossen; die Gruppe war sehr toll, die Orte waren interessant und Triest hatte eine sehr gemütliche Atmosphäre.

Mitgenommen habe ich an diesem Wochenende diese Gelassenheit, die ich verspürt hatte, und die Wichtigkeit von guter Organisation. Außerdem habe ich bemerkt, wie wichtig gute Zeiteinteilung für einen stressfreien Aufenthalt sein kann. Das Theater und die Atmosphäre der Stadt haben außerdem auch meine Lust auf Kreativität gesteigert. Die Geschichte der slowenischen Minderheit in Triest war faszinierend und ich werde wahrscheinlich noch ein bisschen mehr darüber recherchieren in meiner Freizeit.

Ich glaube, letztes Jahr haben wir uns mehr auf das Thema der Minderheiten fokussiert und somit dort auch etwas mehr darüber gelernt. Bei der slowenischen Minderheit hatten wir nur einen Vormittag im Theater, während wir die Minderheiten in Südtirol wochenlang besprochen haben. Ich hätte gerne mehr erfahren, aber ich glaube, dass die Reisen, wie sie jetzt geplant worden sind, eine bessere Option waren als wie es zuvor geplant war, da wir sonst wahrscheinlich etwas viel Stress gehabt hätten.

Der Grundplan in diesem Jahr hatte sich, vor allem wegen Corona, ziemlich oft verändert. Somit war es manchmal etwas schwer sich immer rechtzeitig zu informieren und anzupassen, aber damit war zu rechnen bei einer Pandemie. Mir hat allerdings der Plan, wie wir ihn jetzt hatten, besser gefallen als der Anfangsplan. Alles in allem war es ein sehr angenehmes Erlebnis.”

 

 

“Mir hat die Reise sehr viel bedeutet. Vor allem das Zusammensein mit der Gruppe und das Erleben mit ihr, die schönen Erlebnisse und die Momente. Ich konnte für mich viel von der Organisation mitnehmen. Bei der Reiseplanung hat man nämlich gesehen, dass es ein großer Aufwand ist und gar nicht so leicht.

Vor der Reise hatte ich mir überlegt, doch nicht mitzufahren, weil die Reise am letzten Wochenende stattgefunden hat, an dem ich noch frei hatte und bevor die Schule wieder los ging. Ich dachte, es könnte zu stressig sein. Aber dann habe ich entschieden: Nein, das genieße ich jetzt noch mit der Gruppe und hab schöne drei Tage in Triest.

Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass ich mitgefahren bin. Es gab keinen Moment, in dem ich nach Hause wollte. Es wäre viel schöner gewesen, wenn die Reise noch ein paar Tage länger gegangen wäre.

Emotional haben mich sehr die schönen Momente mitgenommen. Einer zum Beispiel war am letzten Abend. Da haben wir uns in einer wirklich guten Eisdiele ein Eis geholt, unsere Beine am Meer auf einem Steg ausgestreckt und das Eis mit einer Musikbox genossen. Das war für mich sehr emotional, auch die schönen Lichter der Stadt zu beobachten. Mental hat mich auch die Minderheit in der Stadt mitgenommen und der Unterschied zwischen Südtirol und Triest. Die Leute dort sind viel offener als bei uns. Uns haben auch oft Leute angesprochen, wenn wir mit der Gruppe unterwegs waren und haben offen mit uns geredet. Inhaltlich fand ich die Geschichte vom Theater auch total schön, was das Theater alles für Räume hat und was die Schauspieler alles können müssen war echt interessant zu sehen und hat mich sehr beeindruckt.

Ich habe dieses Jahr noch mehr über eine Minderheit kennengelernt als letztes Jahr. Weil wir die Geschichten von den Leuten in Triest gehört haben, aber auch durch die Übungen in den Workshops, die wir gemacht haben. Unsere Gruppe hat bei einer Übung über das Thema Zöliakie eine Reportage gemacht und das war sehr, sehr interessant zu hören und die Personen zu interviewen. Ich weiß noch, wie wir daran gearbeitet haben, da hab ich viel gelernt, was ich vorher nicht gewusst habe.

Manchmal war es für mich enttäuschend, dass die halbe Zeit Lockdown war und wir viel am Computer verbracht haben. Das hat mich sehr frustriert. Ich hätte die Workshops gerne nicht über den Computer gemacht. Aber wir haben das Beste daraus gemacht. Was mir gefallen hat waren die Reisen ins Passeiertal und nach Triest. Das war wie eine Belohnung.”

 

“Mir hat die Reise sehr viel bedeutet, weil ich es vor Schulbeginn nochmal richtig gebraucht habe, den Sommer zu genießen. Ich konnte wirklich viel für mich mitnehmen. Die Stadt war wunderschön und ich habe so viele Eindrücke bekommen und für mich selbst so viel dazu gelernt. Ich hätte es total bereut, wenn ich nicht mitgefahren wäre.

Manchmal war es stressig, weil wir in Triest von einem Ort zum anderen gerannt sind, aber das war auch wichtig, damit wir wirklich was sehen, denn wir hatten nicht viel Zeit. Die war leider zu kurz. Man hätte auch fünf Tage oder eine Woche bleiben können. Trotzdem war es wirklich eine der schönsten Reisen. Wir hatten richtig viel Spaß mit der Gruppe und haben uns alle noch besser kennengelernt. Ich habe irgendwann gedacht: In dieser Stadt möchte ich mal studieren gehen! Und ich glaube auch, wenn ich nicht mitgefahren wäre und die Erzählungen der anderen gehört hätte, würde ich es sehr bereuen.

Ich hab total viele Eindrücke mitgenommen, von Gerüchen, was ich gesehen habe, das Meer, die Atmosphäre und die Menschen. Man konnte nochmal richtig entspannen, den Moment genießen und abschalten und viel für unser Postkarten-Projekt im Dezember fotografieren.

Auch inhaltlich war es sehr interessant, die Theatergruppe kennengelernt zu haben. Zu sehen, wie alles aufgebaut ist. Wir konnten hinter die Bühne schauen und sehen, wo sich die Schauspieler umziehen und wo die Maske ist. Das war sehr, sehr cool. Auch zu hören, wie die Gruppe mit der slowenischen Minderheit entstanden ist.

Ich muss ehrlich sagen, dieses Jahr haben wir weniger zum Thema Minderheiten gemacht als im letzten Jahr, weil wir uns letztes Jahr mehr mit den Leuten und Interviews beschäftigt haben. Auch haben wir die ganzen Videolektionen online gemacht, was sehr frustrierend war. Das ist sehr anstrengend, weil wir das eh haben in der Schule. Samstags vor dem Computer zu sitzen, wenn schönes Wetter ist, das war etwas anstrengend. Weil es auch einfach schöner ist die Workshops in Präsenz zu machen. Außerdem haben wir eben den Abschluss im Passeiertal gemacht, wo es nicht um Minderheiten ging. Aber mir hat dieses Jahr trotzdem sehr, sehr gut gefallen. Zum Beispiel, dass wir viel Input bekommen haben im Bereich Fotografie und Reportagen schreiben. Wir konnten viel ausprobieren, was mir sehr gefallen hat, und ich freue mich schon auf nächstes Jahr.”

 

“Die Reise hat mir sehr viel bedeutet. Sie hat mir unglaublich viele, schöne Erfahrungen geschenkt. Ich durfte neue Orte und Menschen kennenlernen, was eine große Bereicherung für mich war. Ich bin froh, dass ich mitgefahren bin. Heutzutage ist es nämlich nicht mehr so einfach, in fremde Städte zu reisen. Ich bin sehr froh darüber, diese Möglichkeit angeboten bekommen und genutzt zu haben. Für mich war aber von Anfang an klar, dass ich bei der Reise unbedingt dabei sein muss! 🤗

Die Reise hat mir gezeigt, dass man trotz vieler Rückschläge niemals aufgeben soll und für das kämpfen soll, was einem wichtig ist. Dies habe ich von dem Besuch im slowenischen Theater mitgenommen. Die Slowenen mussten sich erst jahrelang im italienischen Staat behaupten, um nun dort zu stehen, wo sie sind.

Die Planung habe ich trotz der ganzen Umstände, die das Coronavirus uns bereitet hat, als sehr gut wahrgenommen. Wir haben unglaublich viel neues dazu dazugelernt. Die Konferenzen waren zeitlich nie zu lang, sodass man mit den Gedanken immer voll und ganz dabei sein konnte. Es war ein echt schönes Jahr, in dem ich mich, auch dank diesem Projekt, sehr weiterentwickeln konnte.”

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