Wichtige Begriffe #2: Empowerment

da | 17/11/21 | Das Vorhaben, ExPEERience, Forschung | 0 commenti

In meinen Recherchen bin ich immer wieder auf den Begriff „Empowerment“ gestoßen. So hieß es in einem Beitrag, dass in Peer- Education- Projekten „Partizipation und Empowerment angestrebt werden“ oder dass „Partizipation und Empowerment die Einsatzbereitschaft und die Identifikation mit dem Projekt erhöhen“. Doch was bedeutet Empowerment eigentlich? Und was könnte Empowerment mit ExPEERience zu tun haben?

 

In einem Online- Artikel habe ich eine Erklärung gefunden, was Empowerment bedeutet. Demnach kann man Empowerment mit „Selbstermächtigung oder Selbstbefähigung“ übersetzen. Freiwillige Zusammenschlüsse von Jugendlichen sind Orte des Empowerments, weil hier eigene Interessen und Vorstellungen durchgesetzt werden können und die eigene Lebenswelt gelebt werden kann. Themen, die Jugendliche mit anderen Gruppen (Eltern zum Beispiel, oder Lehrern) nicht besprechen können (oder wollen) finden in einer Peers- Group (Gleichaltrigengruppe) ihren Platz. Es finden Akzeptanzerfahrungen, Austausch und Wertschätzung statt, das Gefühl der Isolation, des „anders“ sein oder des „nicht- verstanden- Werdens“ werden überwunden. Das trägt zur Widerstandskraft und zu einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung bei. Durch Empowerment könne eine „Haltung der Gleichwertigkeit als Mensch“ entwickelt werden.

Weiters bin ich auf das Forschungsprojekt EYERP (European Youth Empowerment Research Projekt) gestoßen, in dem es heißt, dass Empowerment notwendig sei, um es Jugendlichen zu ermöglichen, „ihre Ideen, Wünsche und Bedürfnisse ausdrücken und ihnen folgen können.“ Wenn sich junge Menschen in der (Erwachsenen)Gesellschaft gehört und akzeptiert fühlen, kann auch selbstbestimmte Partizipation und Demokratie gewährleistet werden.

Empowerment ist in dem Forschungsprojekt wie folgt definiert: „Empowerment ist der Prozess, in dem man ein kritisches Bewusstsein und die Überzeugung entwickelt, selbst Entscheidungen treffen und eigene Probleme lösen zu können. Dies kann durch die Person selbst oder mit der Hilfe anderer vorangetrieben werden. […] Empowerment zielt auf eine stärkere und aktivere Partizipation ab, was eine freiwillige Selbstverpflichtung der Person voraussetzt.“

Empowerment scheint also ein wichtiger Schritt für die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins und das Gefühl der gesellschaftlichen Zugehörigkeit zu sein. Doch wie findet Empowerment in der Praxis statt? Im Alltag, im realen Leben, wo können Räume geschaffen werden, wo Jugendliche sich akzeptiert und sicher fühlen, eine Art „wertfreie“ Zone sozusagen?

Ich habe dazu einige Punkte zusammengetragen, die zur Gestaltung eines solchen Empowerment- Raums beitragen können:
– Jugendliche werden respektiert für das was sie SIND, nicht für das, was sie TUN
– Jugendlichen wird zugehört
– Jugendlichen wird Verantwortung übertragen
– Jugendliche können ihre eigene Meinung vertreten
– Jugendliche können frei wählen und frei Entscheidungen treffen
– Jugendliche können Erfahrungen teilen
– Bedürfnisse und Ziele können formuliert und verfolgt werden

Und genau an diesem Punkt wird es spannend für unser Forschungsprojekt: Weil ExPEERience sich ja als Peers- Projekt sieht, kann es darauf untersucht werden, ob solche Räume des Empowerments gegeben sind. Wie sie gestaltet werden, und ob Jugendliche sich in ihrer Selbstbefähigung bestärkt fühlen. Werden in ExPEERience die Interessen der Teilnehmenden angehört, können sie sich selbst in die Projektgestaltung einbringen? Werden Entscheidungen der Teilnehmenden respektiert und Konflikte zugelassen? Fühlen sich die Jugendlichen darin bestärkt, diese Konflikte dann auch eigenständig lösen zu dürfen/können? Gibt es innerhalb des Projektes hierarchische Strukturen oder fühlen sich alle auf einer Ebene?

Empowerment ist also ebenso wie Partizipation ein wichtiges Schlagwort, wenn es Peers- Arbeit geht. Durch das Recherchieren von solchen Begriffen können gleich Fragen formuliert werden, die dann anschließend in einer Befragung aufgegriffen und geklärt werden.

Wie partizipativ und empower’nd ExPEERience ist, das werden wir noch herausfinden.

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