Wichtige Begriffe #1: Partizipation

da | 3/11/21 | Das Vorhaben, ExPEERience, Forschung | 0 commenti

Es ist wichtig, vorab einige Dinge zu klären, bevor man sich an eine Auswertung macht. Da sind zuallererst die Begrifflichkeiten. In wissenschaftlichen Untersuchungen ist es unumgänglich, alle Fachbegriffe, die verwendet werden, genau zu definieren. So können sie im Nachhinein nicht falsch oder anders interpretiert werden und die Ergebnisse nicht verfälscht werden.

Ein wichtiger Begriff, den es sich lohnt genauer unter die Lupe zu nehmen, ist die “Partizipation”.

 

 

Partizipation
ExPEERience entstand der Projektbeschreibung nach unter enger Einbindung der Jugendlichen, was ein Grundprinzip der Jugendarbeit erfüllt, nämlich jenes der Partizipation. Partizipation wird im Handbuch für Offene Jugendarbeit 2021 definiert als „das Recht auf freie, gleichberechtigte und öffentliche [Teilnahme und] Teilhabe der BürgerInnen, an gemeinsamen Diskussions- und Entscheidungsprozessen in Gesellschaft, Staat und Institutionen, in institutionalisierter oder offener Form. Partizipation ist aktive Praxis von Demokratie durch die Subjekte. Partizipation wird nicht gewährt, sondern sie ist ein Recht der Gesellschaftsmitglieder“ (Knauer & Sturzenhecker 2005, S. 68 zit. in Handbuch Offene Jugendarbeit 2021, S. 988). 

Aber was bedeutet das denn jetzt genau für die Offene Jugendarbeit? Welchen Stellenwert nimmt die Partizipation in der Offen Jugendarbeit ein? Und welchen in ExPeerience?

Werden bei der Gestaltung eines Projekts oder Formats – wie zum Beispiel einem Camp oder einer Bergtour – Jugendliche mit einbezogen, kann man es als partizipativ beschreiben. Soll heißen: Jugendliche bestimmen und gestalten mit, kümmern sich zum Beispiel um die Anreise oder die Verpflegung, haben Einfluss darauf, wie das Abendprogramm aussehen darf. Partizipation beruht auf demokratischem Miteinander, auf gemeinsamen Absprachen und Entscheidungen und auf dem Lösen von Interessenskonflikten. Die Partizipation ist nicht nur ein Grundprinzip der Offenen Jugendarbeit, sondern ist sogar gesetzlich verankert. Sie ist also eine der Aufgaben der Offenen Jugendarbeit. Offene Jugendarbeit soll “Strukturen, Angebote und Interaktionen in dialogischer Aushandlung mit ihnen [den Jugendlichen, Anm.d.A.]” entwickeln und ausgestalten. Somit haben wir bereits einen ersten Anhaltspunkt für unsere Untersuchung, den man genauer unter die Lupe nehmen kann. Ich merke, dass bereits der Entstehungsprozess von ExPEERience für unsere Studie interessant sein könnte. Aber auch in der weiteren Entwicklung des Formats ExPEERience sollte die Partizipation, also das Mitentscheiden und Mitbestimmen der TeilnehmerInnen vorhanden sein. Wie groß wird Partizipation von Seiten der Organisatoren (sprich: JugendarbeiterInnen) geschrieben? Wie wird Partizipation gestaltet? Fühlen sich die TeilnehmerInnen des Formats in die Projektentwicklung mit einbezogen? All diesen Fragen werde ich in den kommenden Wochen nachgehen…

…und euch vielleicht schon bald erste Ergebnisse präsentieren können!

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