Die Frage nach der Wirksamkeit

da | 6/10/21 | Das Vorhaben, ExPEERience, Forschung | 0 commenti

In unserem Forschungsprojekt wollen wir vor allem dem auf den Grund gehen, was in der Fachliteratur „Wirksamkeit“ genannt wird. Das heißt, wir versuchen herauszuarbeiten, ob das Format ExPEERience überhaupt wirksam ist, und wenn ja, auf welchen Ebenen eine Wirkung festgestellt werden kann. Wirksam bedeutet in unserem Falle, ob sich nach der Teilnahme an ExPEERience eine Veränderung bei den TeilnehmerInnen feststellen lässt. Das kann zum Beispiel eine sehr unsichere Jugendliche sein, die nach dem Programm ExPEERience mehr selbstsicherheit erlangt hat. Oder ein Jugendlicher, der sich vorgenommen hat, nach ExPEERience seinen Träumen zu folgen und sich in seinen Entscheidungen nicht mehr von seiner Umwelt beeinflussen zu lassen. Man kann schon erkennen, dass solche Veränderungen sehr individuell sind. Deshalb lassen sie sich auch oft erst in einem zweiten oder dritten Moment erkennen.

Aber warum soll soll die “Wirksamkeit” überhaupt überprüft werden?

Im Bereich der Offenen Jugendarbeit, zu der unsere Forschung gehört, ist die Wichtigkeit der Wirkungsorientierung in den letzten Jahren gestiegen. Sie wird von unterschiedlichen Seiten eingefordert: erstens von BesucherInnen und NutzerInnen eines Angebots, die sich für die Wirkung dessen interessieren. Zweitens von durchführenden Fachkräften und/oder anbietenden Organisationen, die durch die Wirkungsorientierung die Qualität ihrer Tätigkeit überprüfen, verbessern und weiterentwickeln können. Drittens kann eine Wirksamkeitsprüfung auch für finanzielle Unterstützer eines Angebots nützlich sein, um sicherzustellen, dass die bereitgestellten Mittel effektiv und effizient eingesetzt werden.

Das klingt erstmal ziemlich einleuchtend, doch stellen sich einige Schwierigkeiten in den Weg, will man ein Angebot aus der Sozialen Arbeit (dazu gehört natürlich auch die Offene Jugendarbeit) hinsichtlich seiner Wirksamkeit prüfen. Soziale Tätigkeiten basieren nun mal nicht auf der Produktion von materiellen Werten, die als Endergebnis angesehen werden können. Kann man in der Offenen Jugendarbeit überhaupt ein Endergebnis erzielen?

Eine Möglichkeit besteht darin, folgende Fragen in den Mittelpunkt zu stellen: Was soll mit dem Angebot bewirkt werden- was soll z.B. mit ExPEERience erreicht werden? Und: Was wird tatsächlich bewirkt?

Sind die Ziele eines Angebotes klar definiert, wird es schon einfacher der Wirkung eines solchen näher zu kommen. Es können beispielsweise Befragungen der TeilnehmerInnen nach Abschluss eines Angebots durchgeführt werden, und diese Ergebnisse dann mit den vorab formulierten Zielen desselben Angebots abgeglichen werden. Oder es wird über einen bestimmten Zeitraum beobachtet, ob sich die TeilnehmerInnen eines Angebots in eine bestimmte Richtung entwickeln (möglicherweise ja sogar in Richtung vorab formulierte Ziele hin).

Auch in der aktuellen Literatur zur Wirkungsforschung ist man sich einig, dass es eine Vielzahl an Methoden zur Erforschung der Wirkung gibt und auch braucht. Da die Offene Jugendarbeit ein sehr komplexes Arbeitsfeld darstellt, wird es auch für uns herausfordernd sein, passende Methoden zu finden, um mögliche Wirkungen von ExPEERience herauszuarbeiten und auszuwerten.

Das mag jetzt alles erstmal sehr abstrakt klingen, doch ich bin mir sicher, dass sich einiges im Laufe unseres Vorhabens auflösen wird (auch für uns).

Bevor es aber an die Ausarbeitung der Methodik für unsere Forschung geht, werden  wir in einem der nächsten Beiträge das Ausbildungsprogramm ExPEERience genauer beleuchten, uns erzählen lassen wie es entstanden ist, wie es sich weiterentwickelt hat und was denn die konkrete Zielsetzung ist. Das sind wichtige Informationen, die für die Auswertung später genutzt werden können.

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