Das PEER in ExPEERience

13/10/21 | Das Vorhaben, ExPEERience, Forschung | 0 commenti

Vielleicht habt ihr die besondere Schreibweise des Wortes ExPEERience schon bemerkt. Da steckt das Wörtchen „Peer“ drin, mit dem wir uns in diesem Beitrag etwas näher befassen wollen.

Der Peer- Ansatz ist eine moderne und populäre Methode in der Pädagogik. Peer bedeutet in diesem Kontext gleichgesinnt zu sein. Das heißt eine Peergroup ist eine Gruppe von Menschen, die zum Beispiel gleich alt sind. Oder aber auch eine Gruppe, die ähnliche Interessen oder Erfahrungen hat, die sich über bestimmte Kriterien einander zugehörig und verbunden fühlen. Die Peergroup hat besonders im Jugendalter hat einen großen Einfluss. In diesem Alter werden außerfamiliäre Beziehungen enorm wichtig für den sozialen Entwicklungsprozess.

ExPEERience ist ein Peer- Projekt. Ein solches Peer- Projekt hat das Ziel, dass eine Gruppe von Gleichgesinnten (in diesem Falle Jugendliche) ein bestimmtes Thema bearbeitet und die dazugehörige Haltung von pädagogischen Fachkräften vermittelt wird. Die geschulten Peers (die ab dieser Phase in der Literatur dann Peer- Educators genannt werden) führen dieses Vermittlungskonzept dann gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften durch. Das klingt erstmal etwas kompliziert, ist aber in der Praxis das, was ExPEERience in seiner Basis ausmacht: Jugendliche bearbeiten in Gruppen, also in ständigem Austausch untereinander, bestimmte Themen. Dabei werden sie von professioneller Hand geführt und begleitet. Am Ende haben die TeilnehmerInnen einen großen Rucksack prall gefüllt mit Erfahrungen, Erinnerungen, Strategien, hard und soft skills, die sie an andere Jugendliche weitergeben können. Sie sind bereit, anderen beim Packen ihres Rucksackes zu helfen.

Im Ausbildungsformat ExPEERience gibt es drei unterschiedliche Bereiche, in denen sich Jugendliche Fachwissen aneignen können: einmal ist da der Bereich der Natur- und Wildnispädagogik, zweitens der Bereich Musiktherapie und drittens der Bereich der Dokumentation. In allen drei Themengebieten sind gemeinsame Austauschtreffen und Reisen geplant, wo das Gelernte ausprobiert und umgesetzt werden kann. Begleitet wird dieser Lernprozess von den Jugendarbeitern des papperlapapp. In regelmäßigen coachings bekommen die Peers Rückmeldung von den Jugendarbeitern und Anstöße, das Gelernte und Erlebte zu reflektieren.

In der Begleitung einer solchen Peer- Gruppe spielt Prozessorientierung eine wichtige Rolle. Prozessorientierung bedeutet, dass es einen vorgegebenen Rahmen und eine konkrete Zielsetzung gibt, innerhalb denen sich bewegt werden kann. Geplante Abläufe können jederzeit geändert oder umstrukturiert werden, sollte irgendwas dazwischenkommen. So ein bisschen going with the flow. Was aber nicht bedeutet, dass kein Ziel vor Augen schwebt. Vielmehr geht es darum, den TeilnehmerInnen die Möglichkeit zu geben, sich selbst in den Lernprozess einzubringen, Vorbild und Helfer zu sein, sich aber auch Vorbilder und Hilfe in der Gruppe suchen zu können. Selbst Verantwortung zu tragen, für sich selbst und seinen eigenen Weg, aber auch für den der Gruppe.

Nach der Peers- Ausbildung übernehmen die Jugendlichen bestimmte Bereiche in den Projekten, die das Jugendzentrum papperlapapp anbietet.

Das mag jetzt alles sehr theoretisch klingen, deshalb haben wir uns überlegt, euch nächste Woche auf eine der Peers- Reisen mitzunehmen, um euch das Ganze ein Stückchen näher zu bringen!

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