Alles auf Anfang

da | 7/07/21 | About, ExPEERience, Wer sind wir? | 0 commenti

„Macht mal eine Studie“, hieß es vor wenigen Monaten und Anna und ich waren von allem etwas. Überrascht, begeistert, skeptisch. Eine Studie. Okay. Für Anna, die sich gerade mitten im Studium der Erziehungswissenschaften befindet, ist eine Forschungsarbeit noch etwas näher am Alltag. Doch für mich als Journalistin irgendwie ziemlich weit weg. Was sollen wir denn untersuchen? Und wie? Und wie lange? Und überhaupt. Die Anfrage vom Papperlapapp in Bozen war ganz klar, aber auch relativ nüchtern: „Wir wollen wissen, ob das Projekt ExPEERience, das sich aktuell im zweiten Jahr befindet, das hält, was es verspricht. Ob es die Auswirkungen auf Jugendliche hat, die wir uns wünschen. Ob es Sinn macht.“ Und das gerne mit Leuten, die den Blick von Außen haben. Klingt ziemlich spannend. Darüber waren Anna und ich uns sofort einig. Ich für meinen Teil war aber relativ unsicher darüber, was meine Aufgabe als Journalistin sein soll. Storytelling, die Studie lebhaft machen – okay…? Also tüftelten Anna und ich einen Plan aus und heraus kam die Idee, euch auf unsere Reise mitzunehmen. Mit einem Blog, auf dem wir transparent erzählen wollen, was wir machen, wie wir vorgehen, was wir für Erfahrungen machen, welche Ergebnisse sich herauskristallisieren. Und damit das ganze auch Spaß macht und keine trockenen wissenschaftlichen, langen Texte als Bleiwüste schon von vornherein abschrecken, gestalten wir den Blog auf unsere Art. Mit viel bunt und Leben und Bildern und Variation. Storytelling eben. Hätten wir den Punkt also schon mal drin.

 

Soweit so gut. Anna und ich im Höhenrausch, nachdem der Plan stand. Dann kam Ulli, Leiterin und Initiatorin von ExPEERience, gab uns die Zugangsdaten für das gesamte Bild- und Videomaterial, das im Rahmen der ExPEERience-Camps entstanden ist und sagte: “Da könnt ihr sicherlich viel mit anfangen.”

 

Von wegen… Tage später – Anna und ich hatten uns durch die ersten Ordner gescrollt – fühlten wir uns schon fast ein bisschen erschöpft. Ordner über Ordner mit Bildern von Jugendlichen auf dem Berg, Bildern von Jugendlichen an einem See, Bildern von Jugendlichen beim Bauen eines Hühnerstalls. Wie genau sollen wir auf dieser Basis jetzt eine Studie machen? Brainstormen, nachdenken, Köpfe rauchen lassen. Und nach langen Gesprächen entscheiden wir uns erstmal das vermeintlich einfachste: das alte Material ganz weit wegschieben und sich lieber etwas neues anschauen. Und genau das ist es auch, das am meisten Sinn für uns macht: Wer eine Studie über ein Projekt mit Menschen ausarbeiten will, der geht in Kontakt mit den Leuten, der hört ihre Geschichten, der stellt Fragen, der macht Recherche und Feldarbeit.

 

Die nächsten Wochen sind von nun an klar darauf gerichtet: Wir wollen mit den Menschen sprechen um die es geht. Aber auch mit Menschen, die im Hintergrund sind. Solche, die ExPEERience kennen, solche, die nicht. Wir wollen mit Jugendforschern und anderen Experten aus dem Bereich Psychologie, Pädagogik, Jugendarbeit sprechen und wollen Eltern zu Wort kommen lassen, deren Kinder am Projekt teilnehmen. Kurz: Wir machen alles und sprechen mit jedem, was und der uns einfällt. Was herauskommen wird? Keine Ahnung. Und genau das ist ja das Spannende. Wir lassen uns nun erstmal darauf ein und tasten uns vor. Wichtig sind uns noch ein paar Punkte, die wir gerne festhalten wollen:

 

  1. Uns ist bewusst, dass man den Begriff Forschung in unserem Zusammenhang kritisch sehen kann. Zwar sind wir beide wissenschaftlich ausgebildet, doch natürlich würden Jugendforscher ganz anders an die Thematik und Aufgabe herangehen. Aber: Letztlich wissen wir ja nicht, was herauskommt. Im Vergleich zu den meisten anderen Studien und Forschungen, präsentieren wir nämlich nicht nur unser Endergebnis. Nein, wir nehmen euch mit auf die Reise und öffnen uns und unsere Herangehensweise für alle, die Lust haben, uns zu begleiten. Nichtsdestotrotz wird Anna unsere Ergebnisse als Basis für ihre 2022 bevorstehende Masterarbeit verwenden, in der die Untersuchung wissenschaftlich, fundiert und ausführlich nachgelesen werden kann.

 

  1. Wir sind immer offen für Lob, Anregungen und konstruktive Kritik. Daraus entstehen nicht selten wertvolle Diskussionen und sie öffnen unser aller Horizont. Das Ziel unseres Blogs ist so zum einen eine Forschung von Beginn an transparent zugänglich zu machen. Aber es ist auch ein Versuch, eine Plattform zu sein. Für Jugendliche, für Menschen, die sich im Jugendbereich bewegen, für jeden, der sich selbst Raum geben möchte, mehr über unsere Generation Z zu erfahren.

 

  1. Auf unserem Blog wird es ganz schön interaktiv. Das haben wir bewusst so gewählt, da uns wichtig ist, die Jugendlichen nicht nur mit einzubeziehen, sondern ihnen auch eine Stimme zu geben. Ihre Beiträge entstehen aus ihren Erfahrungen und dem Erlebten aus dem ExPEERience-Projekt. Sie sollen einen Einblick ins Projekt geben, sollen euch mitnehmen und zeigen, was hinter den Kulissen entsteht – unsere Herangehensweise und einen kritischen Blick von Außen soll dadurch jedoch nicht beeinflusst werden.

 

  1. Und zu guter Letzt, damit auch ihr euch ein wenig einstellen könnt: Neue Beiträge von Anna und mir erscheinen jeden Mittwoch – wir dachten, das ist doch ein guter Tag für neuen Input! Und zwischendurch in unregelmäßigen Abständen posten die Jugendlichen selbst ihre Beiträge. Reinschauen lohnt sich also so oder so 🙂

 

Lasst uns den Blog zu einer interaktiven, lebendigen Plattform gestalten. Wir freuen uns von euch zu hören und lesen!

Archivio articoli

Commenti recenti

    0 commenti

    Invia un commento

    Il tuo indirizzo email non sarà pubblicato. I campi obbligatori sono contrassegnati *

    X